Geschichte nach Generationen
Mario Barbeito (1905 - 1985)
Zu den großen Weinen, die er kaufte, zählen
- 1795 Terrantez,
- 1898 Verdelho,
- 1901 Malvasia,
die er alle von der Hinton-Welsh-Familie kaufte, einer auf Madeira bekannten britischen Familie sowie
- 1834 Malvasia,
- 1863 Boal,
- 1885 Verdelho und den
- 1900 Malvasia
Neben dem Madeirawein galt sein Interesse der Bildung; als Leser und Sammler von Büchern beherbergte er 23.000 Bücher in seinem Zuhause. In einem 1972 mit Diario da Madeira (einer madeiriensischen Zeitung) geführten Interview berichtet Mario Barbeito von seiner Leseleidenschaft "I read every book in the public library before I was nineteen."
Sein besonderes Interesse galt Christoph Kolumbus; in über 60 Jahren er trug eine der größten privaten Sammlungen von Büchern, Karten, Druckgrafiken und Memorabilia über den Entdecker in Europa zusammen. Die ältesten Exponate stammten aus dem 15. Jahrhundert. Diese Kolumbus‑Sammlung wurde im im Keller von Diogo’s Wine and Spirit Shop als kleines Museum präsentiert und machte das Haus zu einem einzigartigen Schnittpunkt von Wein‑ und Kulturgeschichte, bevor ein schweres Hochwasser 2010 einen Großteil der Bestände zerstörte. Lediglich 1500 Bücher konnten gerettet werden.
Es war zweifellos eine sehr mutige Entscheidung, 1946 – kurz nach dem 2. Weltkrieg – eine eigene Madeirawein‑Firma zu gründen, zumal es zu diesem Zeitpunkt 30 Madeirawein‑Produzenten gab (heute gibt es sieben!).
Alter Firmensitz und Weinberge
Als Firmensitz diente bis 2008 eine ehemalige Zuckermühle in der Estrada Monumental 145 in Funchal. Ein kleiner Teil der Weine wurde auf dem familieneigenen Weinfeld in Caniço „Jardim do Sol“ angebaut, der weitaus größere Teil an Trauben wurde – wie auf Madeira üblich – bei Bauern gekauft, die neben Wein auch noch einiges anderes anbauten.
Am Anfang lag der Schwerpunkt der Produktion auf Flaschenweinen. Mário Barbeito entwickelte neue Marketingstrategien wie zum Beispiel die mit Korbweiden umwickelten Flaschen. Die Bezeichnungen „Delvino“ (für einen 5‑jährigen trockenen Madeirawein) und „Veramar“ (für einen 5‑jährigen halbsüßen Madeirawein) gehen auf Mário Barbeito zurück.
Zunächst exportierte Barbeito in den 1950er Jahren nach Skandinavien (vor allem nach Dänemark und Schweden wurden sowohl Flaschenweine als auch Fässer exportiert), ab den 1960er Jahren nach Japan.
Bulk‑Wine‑Phase
Im Laufe der Zeit nahm der Export von Fassweinen (bulk wine) eine zunehmend größere Rolle ein, die zu Anfang der 1970er Jahre ihren Höhepunkt erreichte. Diese Veränderung im Geschäftsfeld führte zu einer Erhöhung der Produktion. Ab den 1970er Jahren wurde der Export von Fassweinen zunehmend schwieriger. Der Wettbewerb im Bereich bulk wine war zwischen den verschiedenen Madeirawein‑Produzenten recht hoch, sodass Vinhos Barbeito sich mehr und mehr aus dem Segment zurückzog und 1991 endgültig damit aufhörte.
Zusammenarbeit mit Kinoshita
Manuela Freitas
Ab 1972 wurde Mário Barbeito von seiner Tochter Dona Manuela Vasconcelos de Freitas bei der Geschäftsführung unterstützt. Sie baute das Exportgeschäft weiter aus und wurde sowohl auf Madeira als auch in der Geschäftswelt populär. Wie ihrem Vater war auch ihr eine gute Beziehung zu den Kunden sehr wichtig. 1980, als ihr Vater 75 Jahre alt war, übernahm sie die Firmenleitung, und nach Mário Barbeitos Tod 1985 leitete sie die Firma, bis sie sich 1992 aus dem Geschäftsleben zurückzog.
Ricardo Freitas
Als sich 1991 die japanische Kinoshita‑Familie an Vinhos Barbeito beteiligen wollte, übernahm Ricardo – dank seiner Englischkenntnisse – die Verhandlungen und wurde auf Drängen der japanischen Partner zu einem der Direktoren ernannt.
Ohne praktische Erfahrung im Weinmachen war er ab August 1991 für die Produktion von Barbeito verantwortlich, ließ sich aber vom erfahrenen João Abel intensiv einarbeiten und beraten. In dieser Phase begann er, eigene Experimente zu wagen und gleichzeitig die gesamte Produktion neu zu organisieren.
Im darauf folgenden Jahr (1992) zog sich Manuela de Freitas aus dem Unternehmen zurück. Von da an agierten Ricardo und Miguel als Direktoren der Firma, und Ricardo Freitas übernahm die oenologischen Aufgaben. Die Barbeito‑Vintages aus dem Jahr 1992 (Verdelho und Boal, beide 2013 abgefüllt) sind die ersten Vintages, für die sich Ricardo Freitas oenologisch vollumfänglich verantwortlich zeigte.
Heute steht über Vinhos Barbeito das Motto „tradição com paixão“ – Tradition mit Leidenschaft – und kaum jemand verkörpert das so konsequent wie Ricardo Freitas. Er gilt als einer der progressivsten Winemaker Madeiras, der nicht müde wird zu experimentieren und neue Wege zu beschreiten, ohne die klassischen Methoden aufzugeben.
Besonders wichtig sind ihm das Canteiro‑Verfahren und die traditionelle Weinpressung mit den Füßen: In der modernen Winery stehen neben einer pneumatischen und einer „Robotic‑Press“, die das Fußkeltern imitiert, auch Behälter, in denen tatsächlich noch mit den Füßen gestampft wird.
Lagerhäuser
Eine Besonderheit Barbeitos ist die Anzahl von Lagerhäusern. Was einerseits einen großen Aufwand verursacht, nämlich die Weine von der Kellerei zum Lagerhaus zu transportieren und sie später vom Lagerhaus zum Abfüllen zur Kellerei zu transportieren, war andereseits ein Vorteil; lagen die Lagerhäuser doch in unterschiedlichen Höhen und somit in unterschiedlichen Mikroklimata, was bedeutet, dass Weine in unterschiedlichen Lagerhäusern unterschiedlich reifen. Aus dieser Not wurde eine Tugend und die Weine wurden, jenachdem wie sich sich weiter entwickeln sollten, von einem Lagerhaus zum anderen transportiert.
Bis 2008 war der Hauptsitz Vinhos Barbeitos in der Estrada Monumental 145, in der Nähe des Reid’s Hotels, im Zentrum Funchals. Hier fanden sich die Verwaltung, das Labor, die Abfüllstraße, eine Probierstube und ein Lager.
Die Vinifikation fand in Estreito de Câmara de Lobos statt. Dort hatte Vinhos Barbeito die Weinpressen und vier 15.000‑Liter‑Fermentiertanks. Der Fassausbau fand dann in einem der vier Lagerhäuser statt:
Lagerhaus A auf dem Familienanwesen in Barreiros, einem Stadtteil Funchals,
Lagerhaus B in der Estrada Monumental,
Lagerhaus C in Câmara de Lobos und
Lagerhaus D in Estreito de Câmara de Lobos.
Da die vier Lagerhäuser auf unterschiedlichen Höhen lagen, war auch die Evaporation von Lagerhaus zu Lagerhaus verschieden:
- Lagerhaus A: bis zu 5% pro Jahr
- Lagerhaus B: bis zu 5% pro Jahr im oberen Stockwerk und 2–3% pro Jahr im unteren Stockwerk
- Lagerhaus C: bis zu 3% pro Jahr
- Lagerhaus D: bis zu 2% pro Jahr
Die neue Kellerei (Winery)
Im Laufe des Jahres 2008 konnte Vinhos Barbeito seine neue Winery in Estreito de Câmara de Lobos (unweit des Cabo Girão) in Betrieb nehmen. Hier finden sich die computergesteuerten Estufas, die im Gegensatz zu den traditionellen Estufas nicht über Heißwasserspiralen verfügen, sondern doppelwandig sind: Zwischen den Wänden zirkuliert das heiße Wasser. Dies mache, so Ricardo Freitas, das Estufagem gleichmäßiger und verhindere den manchmal auftretenden Geschmack nach verbranntem Karamell.
Die komplette Vinifikation geschieht hier: Drei Pressen stehen zur Verfügung – eine pneumatische Presse, eine „Robotic‑Press“ und die Möglichkeit, Trauben mit den Füßen zu stampfen. Hier stehen auch die vier Gärtanks. Das Labor, das Versandlager, die Abfüllstraße und selbstverständlich ein großer Lagerraum sind hier ebenfalls untergebracht.
Bei der Gestaltung des Lagerraums hat Ricardo Freitas Einfluss genommen: Das Dach besteht aus Beton und einer Zinkkuppel. Die Zinkkuppel sorgt bei Sonnenschein für höhere Temperaturen im Inneren des Lagers und erhöht somit die Evaporation und damit die Konzentration der Weine. Die Evaporation in diesem Teil des Lagerraumes beträgt bis zu 3% pro Jahr. In dem Teil des Lagerraumes mit dem Betondach beträgt die Evaporation 1–1,5% pro Jahr. Die Weine, die in diesem Bereich des Lagerraumes reifen, altern langsamer, werden jedoch eleganter und frischer.
Die Lagermöglichkeiten der Winery (Lagerhaus E) reichen jedoch nicht aus, sodass Vinhos Barbeito noch über weitere Lagerhäuser verfügt:
- Lagerhaus C in Torre (Câmara de Lobos)
- Lagerhaus D in Câmara de Lobos
Im Lagerhaus C beträgt die Evaporation ca. 3% pro Jahr; die hier reifenden Weine sind eher weich mit wenig Säure und Farbe. Die hier verwendeten Fässer fassen zwischen 300 und 700 Litern.
Das Lagerhaus D wurde in den 1940er Jahren von der Afonso‑Familie für die Reifung von Wein gebaut. Es verfügt ebenfalls über ein Zinkdach, sodass in den warmen Sommermonaten die Weine eine höhere Konzentration erhalten und schneller reifen. Die relativ kalten Wintermonate helfen den Weinen, die Konzentration auszubalancieren und verleihen ihnen Finesse.
Auch wenn die Winery etwas abgelegen liegt, lohnt sich ein Besuch. Vom Cabo Girão ist es „ein Katzensprung“ zu Vinhos Barbeito. Führungen können vorab terminiert werden. Selbstverständlich besteht die Möglichkeit (mit oder ohne Führung), die Weine zu probieren und zu erwerben. Im angegliederten Geschäft und/oder auf der dazugehörigen Terrasse können die Weine probiert werden.
Diogosonlwineshop – der Online‑Shop
Diogosonlwineshop ging am 22. September 2020 online. „Unique Experiences“ – mit diesen Worten wird der Besucher auf der Homepage von diogosonlwineshop begrüßt. Und das nicht zu Unrecht: Das Standardrepertoire der Barbeito‑Weine sucht man hier vergebens, stattdessen wird hier Rares und Exclusives angeboten: Limited Editions und Exclusive Editions.
Zu letzterem zählt unter anderem die "Demijohn-Serie", also alte Madeiraweine, die nach der Fassreife in große Glasballons abgefüllt wurden, manche bis zu 50 Jahre alt.
Weiter findet sich auch eine kleine Serie von exklusiven Blends (Mistura = Blend = Verschnitt) mit winzigen Auflagen. Bisher (Stand August 2021) wurden zwei exklusive Blends hier angeboten:
ein 30‑jähriger Terrantez (60 Flaschen à 750 ml) und
ein 20‑jähriger Bastardo (67 Flaschen à 750 ml).
Der Terrantez ist seit 2001 der erste Terrantez aus dem Hause Barbeito.
Am 22. September 2021 erschien anlässlich des einjährigen Bestehens des Onlineshops die 30‑jährige Mistura Improvável, die „unwahrscheinliche“ (unglaubliche Mischung) aus Terrantez und Bastardo. „If you have Terrantez grapes, do not eat or give them; for wine God made them. If you have Bastardo grapes, make wine; mix with Terrantez and then you’ll see.“ Mit diesem Slogan wird der Wein, von dem lediglich 61 Flaschen aufgelegt wurden, beworben. Dies ist der allererste Blend, in dem Bastardo und Terrantez verwendet wurden. Um das Durchschnittsalter von 30 Jahren zu ermöglichen, wurden sowohl jüngere Weine (vor allem Bastardo) als auch deutlich ältere Weine miteinander verschnitten.
Kurz vor Ostern 2022 wurde ein Terrantez Reserva Especial herausgegeben. Dieser Wein, bei dem es sich auch um einen Blend handelt, wurde in einem 64‑Liter‑Demijohn verschnitten. Ein Alter wird nicht angegeben, lediglich der Hinweis, dass junge und alte Weine verschnitten wurden.
Web:
https://diogosonlwineshop.com/en/
Facebook:https://www.facebook.com/diogoswineshop/
Instagram:https://www.instagram.com/diogoswineshop/
Exlurs: Lagerung in Demijohns
Weine in Demijohns zu lagern ist eine traditionelle Methode der Lagerung, die bis in das 18. Jahrhundert zurückreicht. Zwar ist die lange Fassreife das, was Madeiraweine ausmacht, ihnen Intensität, Komplexität und Langlebigkeit verleiht, aber je nach Lagerort des Fasses kann ein Madeirawein auch zu konzentriert und somit kaum genießbar werden. Daher wurden Weine, wenn sie ausgereift waren, in Demijohns transferiert und weiter gelagert.
Man kann aber auch einen Teil eines Weines dem Fass entnehmen und den Rest weiter reifen lassen; so hat man – wenn man ihn 20 Jahre im Fass hat reifen lassen – einen Vintage im Demijohn und einen Wein mit weiterem Reifungspotenzial im Fass.
In den USA war es bis Mitte des 19. Jahrhunderts keine Seltenheit, Madeiraweine, die in Fässern geliefert wurden, in Demijohns zu füllen und weiterzuverkaufen. Noch heute können in den USA Demijohns gefunden werden mit Weinen, die in diesen Glasballons Hunderte von Jahren zugebracht haben.
So wurde beispielsweise 2015 bei Bauarbeiten im Liberty Hall Museum in New Jersey Madeirawein aus dem 18. und 19. Jahrhundert entdeckt, teilweise in Flaschen und teilweise in Demijohns abgefüllt. Während dieser Arbeiten entschloss man sich, eine Sperrholz‑ und Gipswand im Keller einzureißen. Nachdem sich der Staub gelegt hatte, entdeckte man einen weiteren Weinkeller, in dem drei Kisten mit Madeirawein von 1796 standen.
Auf dem Dachboden des Museums wurden dann 40 Demijohns aus den 1820er Jahren entdeckt, die unter Stroh versteckt waren. Sowohl Edvin Vos von Christie’s als auch Francisco Albuquerque, Winemaker der Madeira Wine Company, waren von der Qualität der allermeisten Weine begeistert.
Mehr Informationen zu diesem sensationellen Fund:
https://www.iwfs.org/americas/wine-food---friends-1/articles/rare-discovery-of-18th---19th-century-madeiras-at-liberty-ha
https://www.kean.edu/news/centuries-old-madeira-wine-display-liberty-hall-museum
https://www.youtube.com/watch?v=iBTEtS7IPho
Die Weine – Überblick
Die Weine von Barbeito unterscheiden sich von den Weinen anderer Produzenten dahingehend, dass sie, wie ich finde, filigraner und eleganter daherkommen. Und im Gegensatz zu den anderen Produzenten hat Barbeito keine fünfzehnjährigen Weine im Repertoire.
Single Harvest
Die Single-cask-Serie war zu Beginn einzigartig und zeigt die Innovationsbereitschaft Ricardo Freitas: Es wurde Tinta Negra aus einem einzigen Jahrgang und einem einzigen Weinfeld ausgebaut. Zu seiner Zeit (1996 begonnen und 2004 herausgegeben) revolutionär.
Inzwischen ist hieraus eine Serie geworden:
Barbeito Single Harvest 1996 Medium Dry
Barbeito Single Harvest 1997 Medium Dry
Barbeito Single Harvest 1999 Medium Dry
Barbeito Single Harvest 2000 Medium Dry
Barbeito Single Harvest 2003 Medium Dry
Barbeito Single Harvest 2004 Medium Dry
Barbeito Single Harvest 2007 Medium Dry
Barbeito Single Harvest 2008 Medium Dry
Barbeito Single Harvest 2009 Medium Dry
Alle Single-harvest-Weine werden aus Tinta Negra Mole gekeltert, im Canteiro‑Verfahren gereift und sind zwischen sieben und zwölf Jahren alt.
Jahrgangsweine (Vintages, Frasqueiras)
Die Zeiten, in denen man den Barbeito 1795 Terrantez bei Vinhos Barbeito bekommen konnte, sind längst vorbei. Die letzten 23 Flaschen wurden im Jahr 2006 verkauft. Auch die anderen Vintages aus dem 19. Jahrhundert sind nicht mehr erhältlich. Aber auch die jüngeren Vintages aus dem Hause Barbeito sind absolut empfehlenswert: Boal 1978, Verdelho 1978, Verdelho 1995, Boal 1982 oder Malvasia 1993 sind meines Erachtens allesamt Top‑Weine.
Die MEF‑Serie
Seit vielen Jahren arbeitet Vinhos Barbeito mit der Familie von
Manuel
Eugénio
Fernandes (1906–2003) zusammen. Über Jahrzehnte lieferten er und seine Familie Sercial‑ und Verdelho‑Trauben von ihren Feldern in Seixal an der Nordküste Madeiras an Vinhos Barbeito. Manuel Eugénio Fernandes besuchte Mário Barbeito fast jede Woche.
Ricardo Freitas beschreibt Manuel Eugénio Fernandes als Visionär und Pionier. In Zeiten, in denen der Norden der Insel abgeschieden war und der Weg dorthin beschwerlich, habe Manuel Eugénio Fernandes es geschafft, mehrere Unternehmen zu gründen und einen Weinkeller zu etablieren, der zu einem Ort der Kultur und zum Schauplatz zahlreicher Treffen zwischen Familie und hochkarätigen Gästen wurde.
Seit 2017 gab Vinhos Barbeito zu Ehren von Manuel Eugénio Fernandes Weine heraus. Die Trauben der Weine stammen von seinen Weinfeldern in Seixal. Der erste Wein, der mit der Kennzeichnung MEF (für Manuel Eugénio Fernandes) herauskam, war der Sercial 1988. Der zweite war der 1994er Verdelho, der 2018 mit 650 Flaschen auf den Markt kam. Ihm folgte der 1993er Sercial, der 2019 abgefüllt wurde. Im April 2019 wurde der vierte Wein dieser Serie herausgegeben: Barbeito Verdelho 1995 Frasqueira MEF.
Die Signature‑Weine 20, 30, 40 und über 50Jahre alte Blends
Die Weine der Signature-Serien stellen die „Flagschiffe“ der Barbeito‑Weine. dar. Hier wird die hohe Kunst des Blendens unter Beweis gestellt.
Von Zeit zu Zeit kreiert Ricardo Freitas 20‑jährige Malvasia‑Blends. Sie sind allesamt das Ergebnis einer wohlüberlegten Auswahl an Weinen und einer großen Erfahrung des Blenders. Die Ergebnisse sind komplexe Weine mit einer gut eingebundenen, spritzig frischen (manchmal zitrischen) Säure – genau so, wie ich Malvasia mag. Da diese Blends – in Abhängigkeit der verfügbaren Weine – nur in geringer Auflage erscheinen (zwischen 516 und 1.220 Flaschen à 750 ml), sind sie in der Regel recht schnell verkauft.
Tastingvideo Barbeito Malvasia 20 years old (Lote 7199)
Die noch älteren Blends wie die 30, 40 oder über 50 Jahre alten Blends überzeugen durch Frische bei gleichzeitg unglaublicher Komplexitat.
Viele dieser Blends, bestehend aus sehr alten Weinen, sind Familienmitgliedern gewidmet:
- Barbeito Bastardo 50 Y.O Avô Mário (= Großvater Mário)
- Barbeito Malvasia 40 Y.O Mãe Manuela (= Mutter Manuela)
- Barbeito Malvasia 30 Y.O Vó Vera (= Großmutter Vera)
Einige weitere Blends werden exklusiv über diogosonlwineshop angeboten:
- Vó Vera’s Demijohns Verdelho 30 years old
- Manuela’s Demijohns Malvasia 50 years old
Und wenn die Weine nicht Familienmitgliedern gewidmet sind, sind sie anderen Personen gewidmet:
Malvasia 50 years old „O Japonês“ ist Yasuhiro Kinoshita gewidmet. Seit 1967 hat er die Barbeito‑Weine in Japan importiert, und aus dem Importgeschäft entstand 1991 ein Joint Venture. Dieser 2019 herausgegebene Wein erhielt bei den Kritikern die allerbesten Bewertungen.
Barbeito Malvasia 40 Y.O Vinho do Reitor
Dieser 40‑jährige Malvasia‑Verschnitt ist Ângelo Augusto da Silva gewidmet, der 1896 in São Vicente geboren wurde und Rektor des Liceu Jaime Moniz auf Madeira war; daher auch der Name „Wein des Rektors“. Die Trauben stammen aus São Jorge und wurden mit den Füßen gepresst und anschließend im Canteiro‑Verfahren ausgebaut. Dieser Blend enthält unter anderem eine 60‑jährige Malvasia, eine 80‑jährige Malvasia und eine 1954er Malvasia. 2018 wurden 717 Flaschen abgefüllt, und ein Jahr später wurde mir die Ehre zuteil, diesen Wein verkosten zu dürfen: großartig!
Barbeito Boal 40 Y.O Vinho do Embaixador
Dieser Boal ist Fernão Fávila Vieira gewidmet, der 1930 in Funchal geboren wurde und als Diplomat tätig war.
Die Ribeiro‑Real‑Serie
Die Weinfelder von Ribeiro Real erstrecken sich über die Südseite der Insel Madeira auf einer Höhe von 200 Metern. Sie sind vollständig der Sonne ausgesetzt, haben aber gleichzeitig auch einen guten Windschutz gegen die Meeresbrisen, die aus Südwest kommen.
1995 hat Ricardo Freitas begonnen, Tinta‑Negra‑Weine nach der traditionellen Canteiro‑Methode auszubauen.
2014 erschien der erste Wein der Ribeiro‑Real‑Serie: ein 20‑jähriger Verdelho. Dieser Blend besteht nicht nur aus Verdelho aus Seixal und Ribeira de Janela (beide Orte liegen an der Nordseite der Insel), sondern auch aus alten Tinta‑Negra‑Weinen aus dem Ribeiro Real. Der Blend ergab 1.236 Flaschen.
Im selben Jahr erschien auch der 20‑jährige Boal. Auch dieser Wein ist ein Verschnitt aus Boal‑Trauben (aus São Vicente) und über 100 Jahre alten Tinta‑Negra‑Weinen aus dem Ribeiro Real. 1.296 Flaschen hiervon wurden herausgegeben und sind inzwischen alle verkauft.