Weinbau auf Madeira
Die Insel Madeira ist sehr bergig, sodass es keine großen zusammenhängenden landwirtschaftlichen Anbauflächen gibt.
Vielmehr gibt es viele kleine Terrassenfelder, die der Insel kurz nach ihrer Besiedlung abgerungen werden mussten.
Die Madeiraweinproduzenten besitzen in der Regel keine eigene Weinfelder. Ausnahmen sind Henriques & Henriques und die Madeira Wine Company. Doch auch sie kaufen Weintrauben von Bauern, da ihre eigenen Felder den Bedarf an Trauben nicht decken. Die Bauern besitzen in der Regel ebenfalls nicht viele Felder, sodass die Madeiraweinproduzenten mit teilweise mehreren hundert Bauern zusammenarbeiten.

Der Weinanbau wird auf Madeira allermeist nebenberuflich betrieben, was in der Tradition begründet liegt: kurz nach der Besiedlung Madeiras erwarben Großgrundbesitzer Ländereien und verpachteten diese. Dem Grundbesitzer gehörte das Land und das Wasser und dem Pächter gehörte alles übrige: Gebäude, Pflanzen. Die Hälfte des Ertrages des Anbaus ging als Pacht an den Grundbesitzer.
Der übrige Wein wurde entweder für den Eigenbedarf behalten oder an die Weinexporteure verkauft.
Da die Terrassenfelder sehr klein waren bzw. sind und teilweise nur durch lange Fußmärsche zu erreichen sind, wurde möglichst viel auf den Feldern angebaut. Dazu wurde der Wein im Latada-System pergolartig an Drähten öder Hölzern nach oben gezogen, sa dass die Reben später über dem Kopf waren. So war auf dem Ackerboden noch Platz andere Pflanzen wie Obst und Gemüse anzubauen.
Die Spaliererziehung, wie sie in Deutschland, Italien, Frankreich usw. üblich ist, ist auf Madeira eher selten und hat erst in den letzten Jahren Einzug nach Madeira gehalten.


